Tanzplan Deutschland
Stempel
Weiterbildung an der Akademie des Tanzes in Mannheim zum Thema "Contemporary (floor) technique und partnering work".1660


Programm1661
Die Fortbildung richtete sich an Lehrende der Fachbereiche Moderner/ Zeitgenssischer und Klassischer Tanz. Fr die Leitung wurden Shannon Moreno und Farley Johansson eingeladen.
Fortbildungsschwerpunkte waren: "expanding the knowledge of basic floor work and contemporary partnering skills; developing partnering skills talking and showing different ways to approach bodies, how to give and take weight, bringing an awareness of how to use the strength of our bones to support weight rather than always 'muscling' through movements with forced effort; time for questions and discussion, encourage dialogue between the different schools to assist an exchange of ideas and information."

Sensibilitt und Struktur.
Weiterbildung Contemporary Floor Technique and Partnering mit Shannon Moreno und Farley Johansson.
Dokumentation der Weiterbildung von Edith Boxberger


Shannon Moreno wurde in Vancouver, Kanada geboren und erhielt ihre klassische Ausbildung an der Winnipeg Ballet School und beim Rudra Bjart Ballet. Sie tanzte u.a. beim Gothenberg Opera Ballet, Schweden und an der Deutschen Oper am Rhein. Von 2000 bis 2006 war sie in Vancouver als freie Tanzlehrerin, Tnzerin und Choreographin ttig. 2003 grndete sie mit Farley Johansson die zeitgenssische Compagnie Science Friction (SF). Sie war choreographische Assistentin und Trainingsleiterin am Tanztheater Osnabrck (Nanine Linning). In der Spielzeit 2011/12 erarbeitet sie gemeinsam mit Farley Johansson ein Stck fr das Tanzensemble am Theater Osnabrck.

Farley Johansson studierte klassisches und zeitgenssisches Ballett sowie Modern Dance an der School of Dance in Neuseeland. Er arbeitete u. a. an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, der Deutschen Oper Berlin und beim Royal New Zealand Ballet. Er unterrichtete an verschiedenen Privatschulen und in Compagnien und ist knstlerischer Ko-Direktor von Science Friction.

Die Weiterbildung Contemporary Floor Technique bildet den Abschluss eines Choreografie-Projektes fr Studierende der Akademie des Tanzes, das seit 2007 im Rahmen von Tanzplan Ausbildungsprojekte gefrdert und einmal jhrlich durchgefhrt wurde. Der Workshop hat zwei Schwerpunkte: Grundlagen der Bodenarbeit und zeitgenssische Partnerarbeit. Es werden verschiedene Wege gezeigt, eine weiche Strke des Krpers zu entwickeln und Struktur und Aufbau des Skeletts fr die Bewegung zu nutzen. Am Workshop nehmen Pdagogen und Choreographen des klassischen, modernen und zeitgenssischen Tanzes verschiedener Hochschul-Ausbildungsinstitutionen in Deutschland teil.

Verbindungen zum klassischen Tanz
Beim Studium dieser Arbeit entdeckte Farley Johansson Verbindungen zum klassischen developp, envelopp und der Rotation und versuchte herauszufinden, wie eine praktische Anwendung aussehen knnte, um vor allem in der Arbeit mit klassisch ausgebildeten Teilnehmern eine Brcke schlagen zu knnen. Schlielich sollte man mit allem arbeiten, was man gelernt und erfahren hat. Allerdings, schrnkt Shannon Moreno ein, gibt es auch einen Unterschied, denn der Weg zur Form verlaufe in der Bodenarbeit ber die innere Krperwahrnehmung. Am Ende des Workshops aber stehen eine Reihe von Hinweisen, wie diese Arbeit in der klassischen Tanzpraxis (und natrlich keineswegs nur dort) eingesetzt werden kann und wie sie hilft, die Krperwahrnehmung zu verbessern und mit dem Krper achtsam umzugehen.

Die beiden Dozenten haben bereits vor diesem Workshop mit StudentInnen der Akademie Mannheim gearbeitet. Hier wie dort legten sie groen Wert darauf, eine grundlegende Weichheit des Krpers, eine weiche Kraft zu vermitteln. Ganz egal ob man sich allein bewegt oder jemanden berhrt, ob man jemanden hebt oder selbst gehoben wird, immer geht es zunchst darum, wie man den Krper hlt, wie man leicht und wie man stark sein kann, erklren sie. Wie viel Kraft braucht man wirklich, wie empfngt, wie gibt man Kraft auf sichere Weise? Klassische Partnerarbeit kann von grerer Sensibilitt im Hinblick auf Kraft profitieren: Erst mit dieser weichen Strke, betonen Moreno und Johansson, ist man wirklich dazu fhig, mit dem Partner zu kommunizieren.

Dafr braucht es viel physisches Hinhren. Die Hnde des Partners mssen fr die subtilen Gewichtsverlagerungen bei Pirouetten empfindsam werden. Man muss lernen, wie man der Berhrung mehr vertraut, um eine Pirouette zu untersttzen. Umgekehrt sei es fr Tnzerinnen wichtig, die Sttzarbeit nicht berwiegend den Partnern zu berlassen, sondern selbst grere Strke im Oberkrper auszubilden, sodass beide, Tnzer und Tnzerin, gleiche Qualitt entwickeln: man gibt und man nimmt (Moreno). Dass dies mglich ist, hat ihnen die Erfahrung bei der Arbeit an einem Stck mit Mannheimer Studierenden gezeigt: Sie haben das schnell verstanden.


Grundlagen der Bodenarbeit
Die bungen am Boden vermitteln sehr grundlegende Muster. Aus dem Liegen mit gestreckten, geffneten Armen und Beinen rollt man in die Seitenlage, hoch in den Vierflerstand und wieder zurck in die Ausgangsposition, danach zur anderen Seite. Beim Einrollen beugt man den Arm und fhrt ihn eng an den Krper (chicken wing, schtzt auch Rippen und innere Organe beim Hoch- und Runterkommen), winkelt gleichzeitig die Beine an, sodass sich Knie und Ellbogen fast berhren. Je mehr Oberflche man durch die Ausdehnung entwickelt, desto weniger Kraft muss man aufwenden; auch beim Drehen gilt: so wenig Kraft wie mglich. Der Kontakt mit dem Boden soll so weich wie mglich sein.

Side-Curve
Das Schlieen und ffnen des Krpers vergleichen die Dozenten mit dem Pli. Schultern und Hften sind in einer Linie, alle Krperteile bewegen sich unisono und kommen wie beim Pli zur gleichen Zeit an. Ausgangspunkt beim Schlieen oder Einrollen des Krpers ist die Wirbelsule: man arbeitet mit der Krmmung, einer seitlichen Biegung (side curve) zwischen Hfte und Rippen, keiner Spirale. Aus dieser Position heraus kommt man leicht auf die Knie. Der Ellbogen bleibt nahe an der Hfte, die Arme werden etwas vorgesetzt. Fersen und Pobacken sind, wenn man auf den Knien ist, parallel ausgerichtet. Fr die Bewegung zurck in die Ausgangslage zieht man die Ellbogen an die Knie heran, sinkt ein und dreht zurck. Je nher der Krper dem Boden ist, desto leichter ist der bergang in die andere Position und desto weicher bewegt man sich. Moreno und Johansson arbeiten viel an weichen, ruhigen bergngen. Sie sind ausschlaggebend im Tanz, es sind die Feinheiten, die Erstaunliches bewirken knnen (Moreno).

Die Kunst des Liegesttz
Dies sind bungen nicht nur fr die Arme, sondern fr den ganzen Krper. Grundlegend: das Krperzentrum nutzen, um leichter vom Boden wegzukommen. Man geht auf die Knie und hlt sie auf dem Boden, winkelt Fe und Unterschenkel an (die Bewegung soll klein sein). Die Vorderseite des Krpers sttzt das Schulterblatt, dort ist die Kraft konzentriert. So werden die Arme, die so weich wie mglich sein mssen, gestrkt, was wiederum fr die Partnerarbeit wichtig ist, und man muss weniger Kraft aufwenden.

Als Variation versetzt man die Arme: nach auen, nach innen, etwas zurck, einen nach vorne, einen etwas zurck. Oder man hebt einen Arm, whrend der Krper sich dem Boden nhert, schiebt, whrend der Rumpf dicht am Boden ist, ihn einmal vor und zurck oder dreht die Unterseite des Krper nach oben, die Beine gestreckt und die Hnde auf dem Boden ganz ausspreizt. Soll es leichter sein, kann man sich am Stuhl absttzen.

Anschlieend geht es mit der ersten bung weiter. Vom Boden ausgehend rollt der Krper zur Seite ein und kommt hoch in die zweite Position, man dehnt das rechte Bein und den linken Arm, auf der anderen Seite umgekehrt. Schlieen, Ausdehnen, Einziehen, Ausdehnen: auch hier sind die Parallelen zum klassischen developp, envelopp ersichtlich. Wir reden ber die ueren Gliedmaen, aber es ist so viel effizienter, wenn man die Kraft des Zentrums, des Beckens nutzt, denn das gibt die Kontrolle, erklrt F. Johansson.

Arm und Leg Swing
Ein weiteres Element kommt hinzu: Nach dem Schlieen und ffnen des Krpers beschreibt der Arm im Liegen eine Spirale ber Kopf und Krperfront, zu jeder Seite (arm swing). Mit dem Schwung kommt man hoch in die zweite Position, der swingende Arm streckt sich ber das lange Bein. Weiter geht es in der Sitzposition mit einem Schwung des anderen Armes vor dem Rumpf, der in die Drehung zur anderen Seite berfhrt. Spter kommt noch der Beinschwung dazu, wenn der Krper auf dem Boden ist, ein sehr weicher, sehr groer Schwung. Hier sind weiche Knchel wichtig, sie helfen beim anschlieenden Drehen. All diese bungen, erlutert Farley Johansson, sind sehr gut zum Aufwrmen und um Beine und Hften zu entspannen, sodass man sich leichter vom Boden lst.

C-Curves
Nun geht es an die sogenannten C-Curves, eine Fortfhrung der zuvor praktizierten Side-Curves, die jedoch deutlich schwieriger sind. Im Vordergrund steht dabei die Arbeit mit Gewicht und Oberkrper. Die Wirbelsule wird gewissermaen aufgewrmt. C-Curves erleichtern die Partnerarbeit, genauer die bernahme des Gewichtes des Partners, der damit immer direkt auf dem eigenen Krper auftreffen kann.

Man liegt mit geschlossenen Armen und Beinen auf dem Boden, kontrahiert eine Krperseite und macht die andere lang: Krmmen (curving) und strecken, so dass die Form einer Banane entsteht. Vor allem die Wirbelsule ist in Aktion; sie wird, sagt Farley Johansson, ausgewrungen. Die Gliedmaen bleiben locker. Insgesamt soll alles sehr weich sein. Die Form sieht bestechend aus, ist aber, gesteht Farley Johansson zu, nicht ganz leicht beizubehalten, whrend man sich in ihr fortbewegt.

Eine Abnderung sieht vor, die Gliedmaen nicht vor, sondern hinter den Rumpf zu bringen. In jedem Fall ist wichtig, dass der Krper soviel Kontakt wie mglich mit dem Boden hlt, damit dieser mehr Untersttzung gewhren kann. Die Teilnehmer ben geduldig und erfolgreich und hngen noch eine Figur an: eine Banane nach jeder Seite, dann in die Vertikale, drehen und zurck auf den Boden.

Push Around the Body
Auch die nchste bung fordert die Teilnehmer. Tail around Head bzw. Head around Tail verdeutlicht sehr gut Prinzipien dieser Arbeit. Der Krper wird unter Zuhilfenahme des Push and Pull’ - und nicht der Muskelkraft - dicht um die eigene Achse herumgefhrt. Die Ausgangsposition ist jeweils identisch: auf Knien auf dem Boden kauernd, alle Gliedmaen eingezogen bzw. eng am Krper angelegt, die Arme liegen dicht vor dem Kopf, die Hnde auf dem Boden. Eine Krperseite entfaltet sich, rollt in die Seite ein, whrend die andere Hlfte, Arm und Bein pushen und der Krper unter Zuhilfenahme des Beckens herumgezogen wird auf die gleiche Weise geht es zurck in die Ausgangsposition. Alles bleibt dabei sehr eng am Krper, Ellbogen und Brustkasten sind stark verbunden, ebenso der Kopf mit Steibein und Becken, sodass der Krper praktisch am Platz dreht. Fr Head around Tail geht die Drehung vom Kopf aus, alles andere bleibt identisch.

Alle ben C-Curves und Push around the Body im Wechsel. Die Dozenten geben wichtige Hinweise, wie: Je weniger Spannung wir im Krper haben, desto mehr Empfindungen knnen wir empfangen und umso mehr Untersttzung durch den Boden. Auch wenn manches fr die Teilnehmer ungewohnt ist, so gibt es doch berraschende Erfahrungen. Als ich die Bewegung sah, wie sie gezeigt wurde, schien sie schwierig, aber als ich sie selbst praktizierte, entdeckte ich eine natrliche Logik und ich konnte sie leicht machen (Ralph Frey, Staatliche Hochschule Mannheim).

Die Architektur des Krpers nutzen
Beginnend mit dem Vierflerstand, envelopp und developp, um die Achse drehen und Hochkommen, entwickeln die Trainer sukzessive eine lngere bung, whrend der sie immer wieder zurck auf Hnde und Knie kommen. Farley Johannson erklrt die Verbindungen zwischen einzelnen Krperteilen und stellt, wo es mglich ist, Parallelen zur klassischen Technik her etwa wie das Schulterblatt den Arm stabilisiert, wie Arme und Augen koordinert sind. An der durch einen Handstand erweiterten Variation dieser bung erklrt er detailliert Prinzipien des Hochkommens vom Boden (Koordinieren von Armen und Beinen) und des Landens (alles Gewicht auf den Landungspunkt bringen). Handstand ist nicht Muskelarbeit, sondern Architektur. Insgesamt geht es darum, die Struktur des Skeletts und dessen Aufbau zu nutzen: Dafr mssen wir sehr przise sein, doch wenn wir das lernen, knnen wir unglaublich stark werden, denn diese Architektur ist sehr stabil. Und es gilt: Wie die Grundlagen gelegt werden, das warm-up gemacht wird, entscheidet viel ber alles Weitere.

Hugo de Assohoto fragt, ob diese bungen auch schon mit jngeren Studenten zwischen 5. und 7. Klasse durchgefhrt werden knnen. Man sollte sogar mglichst frh damit anfangen, meint Shannon Moreno: Jngere Studenten sind spielerischer, besitzen eine groe Vorstellungskraft und trauen sich mehr. Auch knnten Informationen besser aufgenommen und auf das Klassische bertragen werden.

Partnerarbeit
Der zweite Tag beginnt mit einem grndlichen Warm-Up, um die Krpersysteme zu aktivieren. Je wrmer der Krper ist, desto bewusster ist er (Moreno). Anschlieend werden Grundlagen fr das Arbeiten mit einem anderen Krper gebt: Gewicht berlassen und Gewicht bernehmen, Punkte und Flchen des Kontaktes herstellen. Wichtig ist die Haltung beim Partnering: wie bei der Bodenarbeit sollte sie leicht und unangestrengt sein.

Alle liegen auf dem Boden, lockern Sitzknochen, Knie und Brustkorb und atmen. Sie aktivieren, d. h. rollen und schtteln Fersen, Kopf und Becken, falten Hnde und schtteln die Arme ber den Kopf, dann zur Seite, ber das Brustbein, zwischendurch hpfen dazu die Fersen auf und ab. Sehr wichtig, sagen die Trainer: dem Atem erlauben, von den Bewegungen berhrt zu werden.
berhaupt erlauben: immer wieder erlauben, z.B. den Hnden, den Boden zu fassen, dem Krper ein bisschen auf dem Platz zu rotieren.

Es geht weiter mit dem Aufwrmen: Den Krper strecken und eine Curve zur Seite machen, wieder strecken und eine Curve zur anderen Seite. Auf den Bauch drehen und dabei die Arme durch den kleinen Raum zwischen Rippen und Hften ziehen. Sitzen und zu einer Seite fallen lassen, sitzen und zur anderen Seite fallen, erlauben, sich aufrecht durch den Raum zu bewegen, um zu fhlen, dass man den Oberkrper organisiert.

Kontakt aufnehmen
Dann sitzen alle in der Hocke, Knchel, Knie, Hften bewegend. Farley Johansson fordert auf, sich weiter zu bewegen, auch etwas durch den Raum, um jemand anderem nahe zu kommen, den anderen Krper im Raum wahrzunehmen und sich den Raum des anderen Krpers bewusst zu machen. In dem kleinen Duett sollten kleine Pausen entstehen und kleine Augenblicke des Kontaktes erlaubt werden. Die benden verlassen diesen Kontakt wieder, bewegen sich weiter und suchen einen anderen Kontaktpunkt. Johansson: Akzeptiert, dass es wirklich einfach ist, ohne viel Gewicht. Gleich darauf die Aufforderung, das Gewicht doch etwas einzusetzen und es wieder zurckzunehmen, das Ganze zu wiederholen, kurz auf die Fe und wieder zum Boden zu kommen.

Wichtig beim Herstellen des Kontaktes ist es, durch den Punkt des Kontaktes rollen, diesen Punkt zu verfolgen. Wenn man nicht wei, wie es weitergehen kann, kann man innehalten und auf einen Impuls des Partners warten. Auerdem kommt es darauf an, beim Gleiten durch den Kontakt Gewicht zu bernehmen und auch nicht selbst das Gewicht zu halten, nicht frchten, auf den anderen zu fallen: Je mehr man in den anderen hineingeht, desto klarer ist fr ihn, wo man selbst sich befindet. Es kommt darauf an, immer fr einen guten Kontakt bzw. eine Kontaktflche und fr das bergeben des Gewichtes zu sorgen und darauf, dass man selbst gut sein Gewicht verteilt. Wenn mir das Gewicht des anderen ganz bergeben wird, kann ich es auch leicht aufnehmen. (Johansson)

In der Diskussion darber betonen die Teilnehmer, zunchst zu viel gedacht zu haben und erst erfahren zu mssen, was es bedeutet zu vertrauen und geduldig zu sein. Der Boden, erinnert Johansson, ist der dritte Partner. Doch sollte man nicht sofort auf den Boden gehen, sonst klebt man leicht daran. Es gehe mehr darum, Raum zu schaffen, dann sind andere Lsungen mglich. Und er zeigt, wie man Platz zwischen sich und dem Anderen schafft: mit Chicken Wing und gestrecktem Arm. Wenn das Gewicht zu viel wird, kann man es auch dem Boden bergeben. Dafr soll man die Arme frei lassen, sodass man sich beim Fallen absttzt (hands free for the floor). Bleibt man weich in den Gliedmaen und ist entspannt, findet sich immer ein Weg zum Boden, versichert F. Johansson. Und nicht zu vergessen: Es geht um Vertrauen und man kann nein sagen oder eine Pause machen, wenn es unangenehm ist.

Den Anderen bernehmen
Wir steigen weiter in die Materie ein: Wo kann man den Punkt finden und Untersttzung geben, um jemanden zu berzunehmen. Bei der ersten bung dafr (to give the saddle) geht man tiefer, um mit dem Rcken eine Flche fr den anderen zu schaffen (und nicht einen Punkt, ber den er dann kippt). Man muss niedrig genug sein, damit der andere passgenau fallen kann. Dreht man sich ein wenig herum, kann der Partner herunter gleiten. Und das geht am besten mit der C-Curce (s. oben): ein sehr guter bergang, um langsam und sanft nach unten zu gelangen.

Jetzt wird gebt. Dass wirklich derjenige, der unten ist, das Gewicht in den Boden nimmt und einen festen Stand hat. Den unteren Rcken muss man stark machen, um einen anderen Krper bernehmen zu knnen. Zunchst verlagert man das Gewicht auf ein Bein und senkt die Hfte, um dann das Gewicht auf beide Beine zu verteilen. (Und hlt die Arme bereit, wenn man auf den Boden kommt.) Hat man den Partner bernommen, geht man in ein richtig groes Pli, also sehr tief, um eine sichere Landung des Partners dann auf dem Boden zu ermglichen. Landung bedeutet ein Gleiten, ein Abrollen mittels der C-Curve. Der, der oben ist, muss die Hnde dahin fhren, wo er landen will.

Zuletzt landen beide nebeneinander auf Knien. Und fhren die bung etwas weiter: Einer setzt sich auf den unteren Rcken des anderen, geht in die Seite und kommt zurck. Der, der in der Ausgangsposition bleibt, bildet eine Art Tisch und gewhrleistet Stabilitt. Von hier aus kann man weitergehen. Der, der oben ist, dreht nach hinten mit dem Krper ber den anderen zum Boden und wieder zurck.

Das Geheimnis dieser Arbeit und zugleich das Schlusswort des Workshops ist: Sich Zeit nehmen, um die Grundlagen zu verstehen. Alles andere, versichern Moreno und Johansson, ist natrliche Entwicklung.1662

Tanzplan Deutschland

[ Zeitraum ]676
13. und 14. Februar 20101664